Padel ist eine Racketsportart, die Tennis und Squash auf clevere Weise verbindet. Gespielt wird immer im Doppel — vier Spieler auf einem kleineren, von Glaswänden umgebenen Court. Die Wände sind Teil des Spiels: der Ball darf nach dem Aufprall vom Boden von der Wand zurückspielen, bevor der Gegner ihn zurückschlägt.
Das Ergebnis ist ein Sport, der deutlich zugänglicher ist als Tennis, aber genauso viel taktisches Denken und Teamplay bietet — und bei dem die Rallyes viel länger werden.
Woher kommt Padel?
Padel wurde 1969 von Enrique Corcuera in Mexiko erfunden. Er wollte auf seinem Grundstück Tennis spielen, hatte aber nicht genug Platz für einen normalen Court — also baute er einen kleineren, ummauerten Platz. Der Sport verbreitete sich schnell in Spanien und Lateinamerika und ist heute in über 90 Ländern aktiv.
In Österreich hält Padel seit etwa 2019 Einzug, mit deutlich beschleunigtem Wachstum ab 2022. Allein in Linz gibt es heute vier Anlagen.
Wie funktioniert Padel?
Der Court
Ein Padel-Court ist 20 × 10 Meter groß — etwa ein Drittel kleiner als ein Tennisplatz. Er ist vollständig von Wänden (Glas und Metall) umgeben, die eine Höhe von 3–4 Metern haben. Gespielt wird immer 2 gegen 2, also im Doppel.
Der Ball und der Schläger
Der Padel-Ball sieht aus wie ein Tennisball, hat aber etwas weniger Druck — er springt daher etwas niedriger. Der Schläger (auf Spanisch: pala) ist massiv, hat keine Bespannung und ist aus Kunststoff oder Carbon. Er ist kürzer als ein Tennisschläger und muss am Handgelenk befestigt werden.
Das Aufschlagsystem
Der Aufschlag erfolgt immer von unten — ähnlich wie beim Squash. Der Ball wird nach unten geworfen und unterhalb der Hüfte geschlagen. Aufgeschlagen wird diagonal ins gegnerische Aufschlagfeld. Man hat zwei Versuche, genau wie im Tennis.
Wände nutzen
Das Besondere an Padel: der Ball darf nach dem Abprallen vom Boden auch von den Glaswänden zurückkommen — und der Gegner kann ihn dann trotzdem zurückspielen. Das macht die Rallyes länger und eröffnet völlig neue taktische Möglichkeiten.
Zählweise
Die Punkte werden genau wie im Tennis gezählt: 15, 30, 40, Spiel. Gespielt wird auf Sätze mit je 6 Spielen, bei Gleichstand (6:6) folgt ein Tiebreak. Ein Match geht in der Regel über zwei Gewinnsätze.
Warum boomt Padel gerade?
Padel wächst weltweit schneller als jede andere Racketsportart — und das aus gutem Grund:
- Leicht zu lernen: Die meisten Einsteiger können nach einer Stunde einen echten Ballwechsel spielen. Der Einstieg ist deutlich niedrigschwelliger als bei Tennis.
- Sozialer Sport: Padel wird immer im Doppel gespielt. Man braucht drei andere Spieler — was die Suche nach einem Partner wichtiger macht, aber auch das Gemeinschaftsgefühl stärkt.
- Körperlich für jeden: Man muss kein Athlet sein. Taktik und Positionierung sind oft wichtiger als pure Schnelligkeit oder Kraft.
- Kurze Einheiten: Eine Padel-Session dauert typischerweise 1 bis 1,5 Stunden — gut planbar im Alltag.
Padel vs. Tennis: die wichtigsten Unterschiede
| Padel | Tennis | |
|---|---|---|
| Spielerzahl | Immer Doppel (4) | Einzel oder Doppel |
| Courtgröße | 20 × 10 m | 23,77 × 8,23 m (Einzel) |
| Wände | Ja, Teil des Spiels | Nein |
| Aufschlag | Von unten | Von oben |
| Schläger | Massiv, keine Saiten | Besaitet |
| Einstiegshürde | Niedrig | Mittel bis hoch |
Wie fange ich an?
- Ersten Court buchen: Die meisten Anlagen vermieten Schläger und Bälle — du brauchst zunächst nichts kaufen.
- Drei Mitspieler finden: Padel braucht immer vier Spieler. Viele Anlagen haben auch Community-Gruppen oder offene Spielzeiten für Suchende.
- Regeln einmal durchlesen: Die Padel-Regeln sind schnell gelernt — eine Stunde lesen reicht für den Einstieg.
- Einfach spielen: Padel lernt man am besten auf dem Court. Kein Trainingskurs nötig.
In Österreich gibt es mittlerweile in allen größeren Städten Anlagen — schau in unsere Übersicht für Courts in Linz oder Courts in Wien.
Zuletzt aktualisiert: 2026-03